Donnerstag, 15. Dezember 2016

Rezension zu Im Glashaus - gefangen zwischen Welten


zum Buch: 
»Im Glashaus gefangen zwischen Welten« bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der einen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf. [Amazon.de]

Fazit:
Ich muss zugeben, als mich Deva per Mail Kontaktiert hat und mich darum gebeten hat, sein Buch zu lesen, vorzustellen usw. war ich erst skeptisch .. 
doch ich habe zugesagt und bereue es nicht !! 

Gerade jetzt, wo das Thema  Flüchtlinge/Migranten so aktuell ist, war es einfach unglaublich spannend mal einen kleinen Einblick zu bekommen. 

Kaum einer von uns fragt sich, wie geht es den Menschen eigentlich, die auf der Flucht vor Krieg, Hunger, Tot sind. Wie ist es ihnen ergangen, wie war es für sie, alles hinter sich zu lassen & in ein fremdes Land zu kommen, indem sie niemanden kennen, ihnen die Sprache fremd ist .. 
Sie sind hier & werden sehr oft nicht gern gesehen, was sicherlich auch zum Großteil an den Medien liegt, die natürlich vor allem den "Ausländern" die Schuld für alles geben. Klar, es gibt sicher überall schwarze Schafe, aber die gibt es bei den Deutschen, Österreichern usw. genauso. 

Deva kennt sich mit dieser Thematik aus, ist er doch selbst Sohn einer sogenannten "Flüchtlingsfamilie". Er beschreibt sehr gut, wie es in den Familien oft aussieht, wie dort der Alltag bestritten wird und welche Probleme solche Familien haben und auch, dass es einige gibt, die einfach nicht "loslassen" können oder wollen. Sie halten an ihrem alten Leben fest, wollen dies in Deutschland (oder wo auch immer) so weiter leben, wie sie es gewohnt sind, erziehen ihre Kinder genauso, wie sie selbst erzogen worden sind, obwohl dies so gar nicht zum mitteleuropäischen leben passt. 

Wer hier ein nettes Buch für zwischendurch sucht, wird leider Pech haben. Ich selbst habe einige Zeit gebraucht, obwohl es mit seinen 195 Seiten nicht wirklich Dick ist. Doch hier geht es wirklich darum, Informationen aufzunehmen, Dinge zu verstehen und mit andren Augen zu betrachten. 

Ich persönlich finde, dass man durch die Erzählungen hier wirklich anfängt etwas um zu denken, sich zu fragen, warum manche Menschen mit Migrationshintergrund sich so verhalten, wie sie es eben tun. 

Für alle, die sich wirklich für diese Thematik interessieren ein wirklich interessantes Buch, und auch vielleicht für einige Eltern ein guter Ansatz, um selbst etwas umzudenken .... und auch für alle anderen, die nun vielleicht auch kleine Hinweise haben, wie sie mit Migrantenkindern/Jugendlichen/Erwachsen besser umgehen können und ihnen vielleicht sogar helfen, sich hier besser einzufügen und zuhause zu fühlen ! 


Ich kann hier keine wirkliche Bewertung abgeben, da es doch eher biografisch geschrieben ist - aber ich fand es wirklich sehr sehr interessant zu lesen & danke an Deva, für das zur Verfügung gestellte Exemplar seines Buches !! 




Über den Autor:

Devakumaran Manickavasagan 1987 mit sri-lankischen Wurzeln geboren und in Ratingen aufgewachsen, verbrachte  ich meine Jugend bis zu meinem 19. Lebensjahr zu Hause. Mit dem Auszug begann meine Reise durchs Leben. Auf der Suche nach mir selbst. Nach und nach begann ich das komplette tamilische Gesellschaftssystem zu hinterfragen, in dem ich Zuhause in der Welt meiner Eltern aufwuchs. Ich begann, den integrierten „Chip“, den ich von dort mitnahm, neu zu programmieren. Im Austausch mit vielen Jugendlichen bei unterschiedlichen kulturellen Feierlichkeiten und Vereinen gelang es mir endlich, die verborgene Gedanken- und Gefühlswelt in meinem Buch zu offenbaren. Eine Welt, die außer den Jugendlichen und ihren Freundeskreisen niemand kennt. [Deva Manick]